{"id":31,"date":"2018-11-29T20:25:59","date_gmt":"2018-11-29T20:25:59","guid":{"rendered":"http:\/\/dualeskonto.de\/?p=31"},"modified":"2018-12-20T21:16:41","modified_gmt":"2018-12-20T21:16:41","slug":"das-duale-konto-die-idee-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dualeskonto.de\/?p=31","title":{"rendered":"Das duale Konto &#8211; die Idee !"},"content":{"rendered":"<p>Wie bereits erw\u00e4hnt entspringt die Idee &#8222;Duales Konto&#8220; dem Thema des &#8222;Ehegattensplittings&#8220; und vor allem der unseligen Diskussion um die &#8222;Nutzbarkeit&#8220; eben dieses. &#8211; Wird einem hierzulande doch zumeist nicht durch Geistliche oder Verwandte angesichts ins Hause stehendem Nachwuchses nahegelegt, zu heiraten, sondern, und das ganz ohne in Zukunft zu versorgenden und zu besch\u00fctzenden Kindern, durch den Steuerberater.<br \/>\nDabei gibt es guten Grund, auch andere Versorgungsgemeinschaften staatlich zu f\u00f6rdern und zu sch\u00fctzen. &#8211; Insbesondere auch im Interesse des Staats: z.B. Nicht-eheliche Partnerschaften, Eltern und Kinder und in Zeiten der umgekehrten Bev\u00f6lkerungspyramide nat\u00fcrlich auch Kinder und Eltern. Aber selbst wenn die betuchtere Tante der talentierten Nichte f\u00fcr das Studium unter die Arme greift, sollte dies den Staat nicht kalt lassen angesichts des m\u00f6glichen Sparens von Baf\u00f6g, HarvIV und dem damit verbundenem b\u00fcrokratischen Aufwands.<\/p>\n<p>Nun, was macht das Ehegattensplitting: Effektiv verschiebt es steuerlich (und zwar nur steuerrechtlich) einen Teil des Einkommens des Einkommensst\u00e4rkeren zum Einkommensschw\u00e4cheren Partner, so dass scheinbar beide Partner das Gleiche verdient haben und beide Partner zusammen die normale Steuer auf diese Einkommen abf\u00fchren. Wegen des nichtlinearen Anstiegs der Steuertabelle (&#8222;Progression&#8220;) entsteht dadurch ein Vorteil.<br \/>\nABER: Dieser Teil des h\u00f6heren Einkommens hat m\u00f6glicherweise niemals den Weg zum Ehegatten gefunden, sondern liegt noch sch\u00f6n auf dem Konto des anderen.<\/p>\n<p>Mag man hoffen, dass in einer gleichberechtigten Zugewinngemeinschaft niemanden den anderen kurz h\u00e4lt und trotzdem Steuererleichterung erh\u00e4lt, so m\u00f6chte ich doch auch Tante und Nichte f\u00f6rdern. Aber nat\u00fcrlich nur, wenn die ehrenhafte Unterst\u00fctzung der Nichte auch wirklich stattfindet. Es muss also Geld vom Zugriff der Tante in den alleinigen Zugriffsbereich der Nichte nachweislich flie\u00dfen. Und dann folgt das bekannte: Die eine hat weniger zu geringerem Satz zu versteuern und die andere muss vielleicht deswegen \u00fcberhaupt erstmalig steuerlich veranlagt werden.<br \/>\nWie soll so etwas \u00fcberpr\u00fcfbar und mit geringem Aufwand verwaltet werden ? Ganz einfach, denn eigentlich w\u00e4re die Einkommenssteuer eine einfache Sache, wenn es nicht so viele Erscheinungsformen und Absch\u00f6pfungswege g\u00e4be. Es gibt direkt abgef\u00fchrte und sp\u00e4ter im Jahresausgleich noch einmal angerechnete Lohnsteuer, von Banken abgef\u00fchrte und ggf. pauschal freiverbriefte Kapitalertragssteuer, Steuern auf Mietertr\u00e4ge und nat\u00fcrlich auch entnommene Gewinne von Firmen und Eink\u00fcnfte von Selbstst\u00e4ndigen usw. Dabei sollte es eigentlich im Sinne der Konsensgesellschaft nur darum gehen, alle Eink\u00fcnfte eines Einzelnen zusammen zu tun und zu versteuern. &#8211; Ist ja egal aus welcher (legalen!) Quelle sie stammen. Warum sollte man steuerlich beg\u00fcnstigt werden, wenn man sein Geld aus Finanztransaktionen oder Zinsen bezieht statt durch Hosenverkaufen ?<br \/>\nWenn das also zu vereinheitlichen sein soll, dann ganz einfach: Jeder Mensch hat einfach ein Bank-Konto, auf dem ALLE seine Eink\u00fcnfte landen. Man kann von diesen Konten sein ja noch unversteuertes Geld auch \u00fcberweisen, z.B. an seine Nichte, aber die Kontonummer ist so gekennzeichnet, da\u00df es allen anderen verr\u00e4t, da\u00df es sich um ein &#8222;Einkommenskonto&#8220; mit noch zu versteuerndem Saldo handelt. Und die Computer der Banken wissen das auch und leiten die \u00dcberweisung des Geldes NUR auf Einkommeskonten anderer weiter. Die Unterst\u00fctzung der Tante wird also zum Einkommen der Nichte.<br \/>\nBraucht man nun Geld f\u00fcr Haushalt, Kneipenabend oder den neuen Rasenm\u00e4her von &#8222;The Shop&#8220;, so schiebt man bei seiner (virtuellen) Bank einen Betrag vom Einkommenskonto auf sein &#8211; nennen wir es nicht Privatkonto, denn beide Konten sind sehr privat, sondern: &#8211; laufendes Konto. Dieses &#8222;Laufende Konto&#8220; hei\u00dft jetzt mal so, weil es mit uns durchs Leben geht, die Busfahrkarte und das Feierabendbierchen finanziert. Und \u00fcbrigens, von diesem Konto transferiert man zumeist nur Geld auf entsprechende &#8222;laufende Konten&#8220; anderer oder auf Firmenkonten um Rechnungen zu begleichen. &#8211; Genauso, wie wir es vom jetzigen Girokonto kennen !<\/p>\n<p>Nun muss aber niemand gleich bef\u00fcrchten, da\u00df des Deutschen Liebstes &#8211; das Bargeld &#8211; abgeschafft werden soll. Aus dieser Diskussion m\u00f6chte ich mich hier vorerst heraushalten. Jeder kann seinen Lohn in bar erbitten und Steuern hinterziehen, indem er es nicht auf sein eigenen Einkommenskonto einzahlt. Allerdings ist das heute durch nicht-erkl\u00e4ren von Einkommen in der Jahreseinkommenssteuererkl\u00e4rung analog m\u00f6glich. Und genauso ist es heute m\u00f6glich und w\u00fcrde es auch im Falle des Dualen Kontos sein, da\u00df man damit auffliegt, weil die Lohnzahlung irgendwo aus den B\u00fcchern eines Arbeitgebers zu der jeweiligen Person dokumentiert ist. Die Idee des Dualen Kontos zielt also erst einmal nicht auf die Beschneidung von &#8222;Freiheiten&#8220; oder Einschr\u00e4nkung des Datenschutzes ab, sondern ganz im Gegenteil: Detailierte\u00a0 Informationen \u00fcber Ein- und Abg\u00e4nge auf dem Einkommenskonto sind den Finanzbeh\u00f6rden gar nicht bekannt. Sie bekommen nur die turnusm\u00e4\u00dfige Steuerzahlung. Alle Einzelbuchungen existieren nur bei der Bank. Und die Bank kann anhand dieser und der aktuellen ver\u00f6ffentlichten Steuertabelle laufend die Steuerschuld kalkulieren und eben turnusm\u00e4\u00dfig Zahlungen im Namen des Steuerpflichtungen an den Fiskus leisten.<\/p>\n<p>Hmmm, da f\u00e4llt einem doch auf, da\u00df die Banken in diesem Falle tats\u00e4chlich wieder eine geldwerte Leistung erbringen. Und diese sollen Sie auch bezahlt bekommen, denn letztlich k\u00f6nnen die Finanz\u00e4mter im Gegenzug massiv Stellen abbauen. Die \u00c4mter werden zu Kontrollstellen, die Banken pr\u00fcfen und f\u00fcr das Duale-Konto-Verfahren qualifizieren und die weitere ordnungsgem\u00e4\u00dfe Ausf\u00fchrung in der Breite per Stichproben pr\u00fcfen.<br \/>\nWarum aber umverteilen vom Staat in die Privatwirtschaft und dann auch noch gerade hin zu den Banken ? Gesch\u00e4tzter Weise w\u00e4re der Prozess der Steuerberechnung im Dualen-Konto-System einfach und leicht automatisierbar. Netto w\u00fcrde also nicht nur umverteilt sondern vor allem reduziert. Die im heutigen Zinstief horrend hohen Kontof\u00fchrungsgeb\u00fchren sind ja auch nicht die Kosten f\u00fcr diesen automatisierten IT-Prozess. Eine Zusatzaufgabe w\u00e4re also leicht kostenneutral mit abzuarbeiten. Und der Markt, auf dem die Banken auch heute online und in der Gesch\u00e4ftsstelle vor Ort sich die Kunden abjagen, wird einfache eine zu bewerbende Dienstleistung mehr haben und der Wettbewerb letztlich f\u00fcr sinkende Kosten sorgen.<\/p>\n<p>Was aber macht man eigentlich mit seinen Kinderfreibetr\u00e4gen und der Absetzbarkeit von Arbeitszimmer und Fahrtkosten zur Arbeit. Nun, generell muss, wie schon angesprochen, das ganze System der Ausnahmen, Sonderregelungen usw. auf den Pr\u00fcfstand. Diese ganzen Spezialsteuerregelungen sollten soweit abgebaut werden, da\u00df nur noch Bed\u00fcrftige sich gen\u00f6tigt sehen, Ihre stark belastende Lebenssituation dem Staat offen zu legen und &#8222;um Nachsehen zu bitten&#8220;. &#8211; ABER: Wahrscheinlich w\u00fcrde diese Situation kaum eintreten, weil in diesem Fall eh keine Einkommenssteuer mehr zu zahlen ist und sein sollte und nicht der Gang zum Finanz-, sondern zum Sozialamt anst\u00fcnde.<br \/>\nUnd eines noch, wir werden sp\u00e4ter noch darauf zu sprechen kommen: Es geh\u00f6rt nicht zum Dualen Konto, aber in einer schickeren Welt g\u00e4be es auch gar keine Kinderfreibetr\u00e4ge und die &#8222;Sozialhilfe&#8220; w\u00fcrde auch weitgehend kondensiert und administrationfrei sein&#8230; &#8211; Reden wir also sp\u00e4ter mal von der nicht neuen Idee eines irgendwie gearteten Grundeinkommens.<\/p>\n<p>Und zu guter letzt sei noch erw\u00e4hnt, da\u00df wir das Duale Konto f\u00fcr jede Privatperson m\u00f6chten. Also Arbeitnehmer, Beamte und auch Selbstst\u00e4ndige. Bei letzteren k\u00f6nnte man sogar dar\u00fcber nachdenken, ob Zahlungen vom Laufenden Konto auf das Einkommenskonto Sinn machen k\u00f6nnten. Vielleicht geht das jedoch etwas weit f\u00fcr diesen Artikel.<\/p>\n<p>Das waren eine Menge Aspekte f\u00fcr einen einzelnen Beitrag imn diesem Blog. Wahrscheinlich k\u00f6nnte es hilfreich sein, einige davon (gerne auf Wunsch) sp\u00e4ter in dezidierten Artikeln noch einmal aus zu detaillieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits erw\u00e4hnt entspringt die Idee &#8222;Duales Konto&#8220; dem Thema des &#8222;Ehegattensplittings&#8220; und vor allem der unseligen Diskussion um die &#8222;Nutzbarkeit&#8220; eben dieses. &#8211; Wird einem hierzulande doch zumeist nicht durch Geistliche oder Verwandte angesichts ins Hause stehendem Nachwuchses nahegelegt, zu heiraten, sondern, und das ganz ohne in Zukunft zu versorgenden und zu besch\u00fctzenden Kindern, &hellip; <a href=\"https:\/\/dualeskonto.de\/?p=31\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDas duale Konto &#8211; die Idee !\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40,"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31\/revisions\/40"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dualeskonto.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}